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Nach der Paarungszeit?


Ich lese gerne. Ich will jetzt nicht sagen, ich lese alles, das wäre übertrieben,
Am liebsten lese ich Krimis oder Thriller. Also spannend soll es schon sein.

In letzter Zeit ertappe ich mich auch dabei, das ich Fachbücher lese.
Ein kürzlicher Besuch in der Stadtbibliothek zauberte sogar ein Buch über PHP4 auf meinen Tisch. Ich bin gespannt.

Als Reminiszenz an mein Studium, unter anderem war auch Psychologie mal dabei, und auch an die Ideen der Frauenbewegung, finde ich mich auch oft an den Regalen, die die eher soziologischen-psychologischen Bücher drin zu stehen haben.

Auch dieses Mal wanderte ein ganzer Schwung mit nach Hause.

Eines habe ich gestern nacht angefangen.
Ein Brigitte-Buch, die Autorin hat dort mal gearbeitet.
Vera Sandberg: Frauen nach der Paarungszeit: Warum wir jetzt viel wollen und Männer so wenig bieten .

Keine Angst, ich will keine Buchbesprechung schreiben, das wäre mal ne Idee für einen späteren Artikel.
Bin auch erst auf Seite 35, aber da fiel mir schon was auf, was ein Aufhänger für mich ist.

Laut Klappentext richtet sich das Buch an Frauen ab fünfzig. Im Prinzip richtet es sich aber an Single-Frauen nach der Erst-Ehe, Kinderwunsch ist erfüllt, und wie geht es weiter?
Liebe in der Lebensmitte? Ja das sollte möglich sein.

Schön finde ich die Aussage:

„Jetzt haben Frauen Zeit und Muße für ein Frauenleben aus dem Vollen. Auch ohne knackig-straffen Körper mit Idealmaßen. Was Frauen jetzt brauchen, ist das Gefühl, ganz Frau zu sein. Die Mär von der Tarnkappe, die Frauen dieses Alters unsichtbar macht, ist von gestern.“

Zitat Seite 13

Weniger schön:

„Es ist noch (fast) alles drin für uns. Bleibt schlank und neugierig, dann klappt es auch mit der Liebe.“

Zitat Seite 15

Waldlauferin schreibt dazu bei amazon.de

„Der Inhalt ist jedoch nicht neu: frau möge sich fit und sexy halten, modisch kleiden, zu einem guten Friseur gehen, ein heiteres Gemüt bewahren und selbst aktiv auf Partnersuche gehen, dann kann sie irgendwann eine Nicht-Niete aus dem Topf der verfügbaren Single-Männer angeln. Höher sollte sie ihre Erwartungen auf keinen Fall schrauben.“

Bin selber wie gesagt erst am Anfang und im Prinzip will ich nicht über dieses Buch diskutieren, mir geht es eher um grundsätzliches.

Frauen jenseits der 35 sind nicht mehr ganz jung, das ist Fakt. Wir haben einiges erlebt, haben Kinder bekommen – manche jedenfalls –, wir haben Beziehungen gelebt und hinter uns gebracht und oft hat uns das Leben schon arg gebeutelt, der eine oder andere Sturm war zu bewältigen.

Das ist auch gut so, denn nur so macht das Leben ja Spaß.
Aber darf man uns dieses Leben, die Stürme und schönen Momente nicht ansehen?
Müssen wir wirklich noch rank und schlank sein, um liebenswert und begehrenswert zu sein?
Und kann man dann nur sogenannte “nicht-Nieten” erwarten?

Tief im Inneren hoffe ich, das es nicht so ist. Es wäre sowohl Frauen- als auch Männerverachtend.

Aber die Medienwelt gaukelt uns gerne was anderes vor.
Und ich will gar nicht von Top-Models und Co reden.

Oft höre ich widersprüchliches.
Ja einerseits ist es ok, das wir heute jünger sind – so vom gefühlten Alter her – als unsere Mütter und gar Großmütter, aber anderseits versuchen uns Frauenzeitschriften zu erklären, was ab 35 geht und nicht geht.
Jung aussehen ja, aber bitte nicht zu jugendlich.
Wir sollen doch nicht den Töchtern Konkurrenz machen.

Wer denkt sich diesen Schwachsinn aus?
Wer sagt denn, das ein bestimmter Kleidungsstil nur einem bestimmten Alter vorbehalten ist.
Sind wir nicht in dem Jahrhundert, wo alles möglich ist?
Müssen wir uns wirklich noch Modediktaten unterwerfen?

Oder geht es eher darum, das uns die Männer sonst nicht mögen? Das Männer, die ja auch schon in einem Alter sind, wo sie ein gelebtes Leben vorweisen können, Angst vor jugendlichen starken Frauen haben?

Davon sollten wir aber weit entfernt sein.
Ich bin das geworden was ich bin, weil ich Männern gefallen wollte.
Persönlich denke ich, je älter und reifer wir werden, desto mehr sollten wir auf unsere Individualität pochen können.

Das macht uns einzigartig und liebenswert.

Noch eine Bemerkung am Rande:
in den einschlägigen Blättern kommen immer nur erfolgreiche Frauen in guten Berufspositionen vor.
Dabei sind viele Frauen alleinerziehend und laut Statistik mehr von Armut bedroht.

Wie seht ihr das? Schreibt mir doch darüber.

lovehelz

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