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Eine kleine Geschichte Halloweens – 6


Ich hoffe ihr alle hattet ein tolles Halloween.
Das Gruseln hört ja nicht auf, nur weil jetzt Halloween vorbei ist.
Der November ist da. Neblig wie immer. Ich habe das Gefühl, als ob der Aberglaube nur noch größer wird, er kriecht aus allen Ecken hervor.
Aber das könnte eine andere Geschichte werden.

Halloween und die Kirchen in Deutschland

Nach meinem Dafürhalten haben die deutschen Kirchen, und ich rede hier über die katholische und protestantische Kirche, merkwürdige Ansichten bezüglich Halloween.

Eine Gruppierung feiert „Allerheiligen“, also der Tag, der von Papst Gregor am Ende des 1. Jahrtausend auf den 1. November gesetzt wurde. Und wie wir wissen ist Halloween der Abend vor Allerheiligen. Und wir wissen auch, das Allerheiligen der Nachfolger von Samhain ist.

Allerheiligen ist gesetzlicher Feiertag in 5 von 16 Bundesländern. Bundesländer mit überwiegend katholischer Bevölkerung, wie es so schön heißt, also z.B. Bayern.

Natürlich kein Feiertag in Berlin.

Die andere Fraktion feiert am 31.10. Reformationstag. Der Tag an dem Luther seine Thesen an die Kirchentüre von Wittenberg nagelte und der dann zur Spaltung der Kirche führte.

Wieder ist der Tag gesetzlicher Feiertag in 5 von 16 Bundesländern. Diesmal mit überwiegend protestantischer Bevölkerung (wobei es eher die neuen Bundesländer sind), z.B. Brandenburg.

Berlin wiedermal außen vor in Sachen Feiertag.

Die Einstellung bezüglich Halloween hängt ziemlich von der religiösen Bindung der Leute ab.
Einige denken, das es ganz lustig ist.
Andere verwerfen es als neumodischen, kommerzialisierten Kram, der so aus USA rüber schwappt.
Und wieder andere denken, das die Menschen ihren christlichen Glauben, ihre christlichen Traditionen verleugnen, wenn sie Halloween feiern.

Um über christliche Traditionen zu sprechen, erscheint mir Berlin nicht unbedingt der richtige Platz zu sein.
Die meisten Menschen gehören keiner Kirche an.

Als in den 90er Jahren Halloween nach Deutschland schwappte und die Händler freudig auf den Zug aufsprangen und anfingen Kostüme und Süßigkeiten zu verkaufen und es groß zu bewerben, da schrieen beide Kirchen laut auf.
Die Protestanten schrieen am lautesten.
Sie sind absolut gegen Halloween.
Jedes Jahr werden Briefe veröffentlicht, die behaupten, Halloween würde die christliche Tradition verraten.
Wahrscheinlich steht der Untergang des Abendlandes kurz bevor und wird von einem Kürbis beleuchtet.

Sie versuchen sogar zu beweisen, das Halloween ja so gar nichts mit Samhain zu tun hätte.
Samhain wäre auch gar kein Gott gewesen, der angebetet wurde, also bei den Kelten.
Und als Totenfest hätte es auch nie existiert.

Damit negieren sie die Marketing Strategie der alten Päpste.
Sie versuchen uns glauben zu machen, das die Kirchenväter immer selbstlos und nie selbstsüchtig gehandelt haben.
Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf.

Meiner Ansicht nach ist es weder falsch noch verwerflich, bestehende Feste zu denen umzumodeln, die man braucht. Also so aus Sicht der Kirche.
Mit dieser Strategie haben sie die Leute doch da abgeholt, wo sie gerade waren.

Und niemand soll versuchen mir weis zu machen, das die Menschen um 500 oder 900 unserer Zeitrechnung nicht auch Situationen zu ihrem Vorteil genutzt hätten.
Die waren doch nicht blöd. Und wer was anderes behauptet macht sich lächerlich.

Die Kirchen behaupten auch, das wenn man Halloween feiert, man das Heidentum feiert.
OH GOTT:
Wie schrecklich.
Hey Leute, dieses verteufelte Heidentum ist genauso unser Erbe, wie das vielbeschworene christliche Abendland.

Es gibt sogar Leute, die soweit gehen zu behaupten, das Halloween die religiösen Gefühle von Kindern verletzen könnte.
Kinder würden sich vor den Monstern fürchten.

Vor nicht allzulanger Zeit haben Representanten der Katholischen Kirche Kinder im Religionsunterricht über die Hölle unterwiesen.
Die Kinder wurden damit bedroht, das sie für ewig im Höllenfeuer schmoren müssten, entweder weil sie nicht getauft waren oder weil sie gesündigt hätten.

Was läßt die Kinder nun mehr fürchten?

Und wo ist das Problem alles zu feiern?
Halloween als Spaß, Allerheiligen zum Gedenken der Toten und den Reformationstag mit einem Gebet in der Kirche?
Was denkst du?

Den letzten Teil meiner kleinen Reihe gibt es am 1. November.
An Halloween haben wir – allerdings nur auf Englisch – einen wunderbaren Gästebeitrag meines lieben Freunds Scott Lenig. Scott berichte uns über Halloween in den USA.

Teil 1Teil 2 Teil 3Teil 4Teil 5

lovehelz

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